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Abb.: Max Langelott via unsplash

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Kultur- und Sozialgeographie

Geographische Imaginationen: Sicherheit und Unsicherheit im Generationenvergleich

Im Zentrum des DFG-Forschungsprojektes „Geographische Imaginationen“ steht die Frage, inwiefern die Komplexitätssteigerung und institutionelle Re-Figuration der Räume in sicherheitskonnotierten geographischen Imaginationen zum Ausdruck kommt. Wir gehen davon aus, dass sich räumliche Vorstellungsweisen bei allen Bevölkerungsgruppen aufgrund von Prozessen der Globalisierung, Entgrenzung, Entankerung, Rückbettung und Mediatisierung gravierend verändern – und teilweise zu großen Verunsicherungen führen, wie aktuelle öffentliche Debatten zum Brexit-Referendum in Großbritannien oder den Wahlergebnissen in den USA zeigen. Zugleich gilt als gesichert, dass sich Identität und Gruppenzugehörigkeit zentral über Ortsbezüge herstellen, etwa durch die symbolische Kontrastierung (und meist affektive Aufladung) von „unserem Raum“ und „dem Raum der Anderen“. Subjektives Raumwissen – gerade im Erleben von Sicherheit und Unsicherheit – ist darüber hinaus entscheidend geprägt von den sozialen und kulturellen Kontexten der Individuen.

Vor diesem Hintergrund stellt das Projekt folgende forschungsleitende Fragen: Welche geographischen Imaginationen sind für das Sicherheitsempfinden der Subjekte relevant? Welche Rolle spielen Vorstellungen von Heimat im Kontrast zur Fremde, dem Nahen im Kontrast zur Ferne oder Vorstellungen von Stadt, Nation und Globalität? Wie hängen die verschiedenen Vorstellungen miteinander zusammen? Und wie unterscheiden sich solche geographischen Imaginationen für unterschiedliche Altersgruppen sowie in verschiedenen nationalen und kulturellen Kontexten?

Empirisch wird die Frage nach den Veränderungen subjektiven Raumwissens über Gruppendiskussion und problemzentrierte Interviews (beide auf Basis von Photoelizitation) an drei Orten (Vancouver, Berlin, Singapur) untersucht. Wir analysieren vergleichend die geographischen Imaginationen von 15–30-Jährigen, 35–50-Jährigen und 55–70-Jährigen. Ziel ist die Herleitung idealtypischer geographischer Imaginationen nach Alter, sozialer Herkunft und geographischer Positionierung. Die emotionale und affektive Dimension sicherheitsbezogenen Raumwissens wird gezielt über die visuelle Methodik der Photoelizitation erhoben. Über das erstmals systematisch als polykontextural erfasste subjektive Raumwissen unterschiedlicher Altersgruppen an den drei Untersuchungsorten sollen  übergreifende Konturen einer globalen Re-Figuration von Räumen greifbar werden.

Das Forschungsprojekt ist Teil des Sonderforschungsbereich 1265 „Re-Figuration von Räumen“, der zum 01. Januar 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet wurde und zunächst bis 2021 gefördert wird.


Für weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Ilse Helbrecht: ilse.helbrecht@geo.hu-berlin.de
Dr. Henning Füller: henning.fueller@geo.hu-berlin.de
M.Sc. Anthony Miro Born: miro.born@geo.hu-berlin.de
M.A. Janina Dobrusskin: janina.dobrusskin@hu-berlin.de
M.A. Ylva Kürten: ylva.kuerten@geo.hu-berlin.de
B.Sc. Yannick Ecker: yannick.ecker.1@hu-berlin.de

 


Projektbeschreibung in alltagsverständlicher Sprache

Das Forschungsprojekt „Geographische Imaginationen“ beschäftigt sich mit subjektivem Raumwissen – also damit, wie sich Menschen die Welt und verschiedene Prozesse und Räume vorstellen. Ob über soziale Medien, in Schule und Betrieb oder bei Stammtischgesprächen: Menschen haben Vorstellungen zu Dingen wie z.B. „Globalisierung“, „Migration“, „Europa“, „Zuhause“ oder „Nation“.

Genau diese Vorstellungen stehen im Zentrum des Forschungsprojekts. Es geht darum, wie sich Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen die Welt vorstellen und welche Vorstellungen die eigene Wahrnehmung von Sicherheit sowie Unsicherheit beeinflussen. Dazu werden Menschen in drei Altersgruppen – 15-30 Jährige, 35-50 Jährige und 55-70 Jährige – zu ihren Raumvorstellungen befragt.

Eine Grundannahme des Forschungsprojektes ist, dass Wissen über die Welt heute nicht mehr nur an einem Ort vermittelt wird. Vielmehr wird untersucht, wie sich verschiedene Raumvorstellungen an unterschiedlichen Orten und im Austausch miteinander bilden. Im Fokus steht die Rolle, die diese Vorstellungen bei der Alltagsbewältigung und dem Verstehen einer immer komplexer werdenden Welt zukommt.

Das Forschungsprojekt ist Teil des Sonderforschungsbereich 1265 „Re-Figuration von Räumen“, der zum 01. Januar 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtet wurde und zunächst bis 2021 gefördert wird.


Für weitere Informationen zum Projekt wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Ilse Helbrecht: ilse.helbrecht@geo.hu-berlin.de
Dr. Henning Füller: henning.fueller@geo.hu-berlin.de
M.Sc. Anthony Miro Born: miro.born@geo.hu-berlin.de
M.A. Janina Dobrusskin: janina.dobrusskin@hu-berlin.de
M.A. Ylva Kürten: ylva.kuerten@geo.hu-berlin.de
B.Sc. Yannick Ecker: yannick.ecker.1@hu-berlin.de