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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Arbeitskreis Geographische Handelsforschung

Aktuelle Informationen

 

Schriftenreihe Geographische Handelsforschung

 

 

Neuer Band 29: Zur Sicherstellung der 'Verträglichkeit' innerstädtischer Einkaufszentren

 

 

Der Begriff der ‚Verträglichkeit‘ spielt eine zentrale Rolle für die politisch-planerische Steuerung von Einzelhandels- und Stadtentwicklung. Besonders kontrovers wird v.a. seit Mitte der 1990erJahre die Frage der ‚Verträglichkeit‘ innerstädtischer Einkaufszentren diskutiert. Die vorliegende Studie untersucht anhand ehemaliger Shopping-Center-Planungen für die Mainzer Innenstadt, wie der Verträglichkeitsbegriff in der Praxis gefüllt wird und welche planerischen Steuerungslogiken hieraus hervorgehen. Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, auf welche normativen Wissensordnungen über den innerstädtischen Raum sich die politisch-planerische Bearbeitung der Verträglichkeitsproblematik stützt und welche Machtwirkungen hiermit einhergehen.

Ausgehend von einer poststrukturalistisch inspirierten, diskurstheoretischen Perspektive verschiebt die Studie damit den geographischen Blick auf die Verträglichkeitsfrage: Was ‚Verträglichkeit‘ für die politisch-planerische Praxis konkret bedeutet, ob ein geplantes Einkaufszentrum als (innenstädtische) Verträglichkeit gelten kann bzw. welche konkreten Interventionen dies erfordert, hängt demzufolge weniger von objektiven ökonomischen, räumlichen oder städtebaulichen Gegebenheiten ab – vielmehr zeigt die Studie, dass eine ganzen Reihe von Techniken raumbezogener Wissensproduktion mobilisiert werden müssen, damit die Verträglichkeitsfrage überhaupt als eine objektivierbare Frage erscheinen kann.

 

 

GUTH, Denis: Zur Sicherstellung der ‚Verträglichkeit‘ innerstädtischer Einkaufszentren (=Geographische Handelsforschung Bd. 29). April 2020, 248 Seiten. doi: 10.25972/WUP-978-3-95826-131-0

 

ISBN 978-3-95826-130-3 (print)

ISBN 978-3-95826-131-0 (online)

 


 

Rückblick: AK GHF präsentiert sich zum dritten Mal auf Branchenveranstaltungen Expo Real und CoRE Handelsimmobilientag

 

Nach der erfolgreichen Premiere 2017 hat sich der AK Geographische Handelsforschung zum  dritten Mal mit einer Netzwerkveranstaltung am Abend des zweiten Messetages der Expo Real in München (7.10. bis 9.10.2019) präsentiert.

Zur Expo Real, der mit 2.000 Ausstellern größten Immobilienmesse Europas, kommen traditionell viele Teilnehmer aus Handel, Handelsimmobilienwirtschaft, Kommunen und Hochschulen nach München. Beim Netzwerktreffen des AK GHF am zweiten Messetag tauschten sich rund 10 Mitglieder und Interessenten bei Snacks und Getränken am Messestand der BBE Handelsberatung GmbH (B2.241) aus.

Beim 10. CoRE Handelsimmobilientag am 22. Oktober war unser Arbeitskreis mit einem eigenen Stand im Umfeld von Sponsoren wie Penny, Lidl, Kaufland und WealthCap vertreten. Veranstaltet wurde das „Klassentreffen“ der Handelsimmobilienbranche vom namensgebenden Campus of Real Estate, einem An-Institut der HfWU Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die in den Studiengängen Immobilienwirtschaft und Immobilienmanagement viele Nachwuchskräfte für die Handelsimmobilienbranche ausbildet. Mitveranstalter waren die BBE Handelsberatung, die IPH Handelsimmobilien und Schwatlo Management. Mehr als 15 Sprecher und 160 Teilnehmer diskutierten aktuelle Branchenentwicklungen und die Vorteile von Mixed-use-Projektentwicklungen.

 


 

Multizentralität im Fokus: Nachbericht zur Jahrestagung des Arbeitskreises Geographische Handelsforschung

 

Markus Wotruba, BBE Handelsberatung GmbH, München

Polyzentrale Stadtregionen sind eine besondere Herausforderung für Planungstheorie und -praxis. Oft als Gegenentwurf zur Metropole mit nur einem (historischen) Stadtkern verstanden, entstehen polyzentrische Städte aus den Verflechtungen mehrerer städtischer Zentren. Wuppertaler kennen dieses Phänomen nur zu gut. Die nordrhein-westfälische Stadt (rund 360.000 Einwohner) ist mit ihren zwei Hauptzentren Elberfeld und Barmen sowie mehreren Nebenzentren ein gutes Beispiel dafür, wie Polyzentralität urbane Räume prägen kann. Damit diente Wuppertal als perfekte Kulisse und zugleich Veranstaltungsort für die Jahrestagung des Arbeitskreises Geographische Handelsforschung, die am 24. und 25. Mai in Zusammenarbeit stattfand. Organisiert wurde die Tagung von der Wuppertaler Wirtschaftsförderung und dem AK mit freundlicher Unterstützung der Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) Barmen, der Stadtsparkasse Wuppertal und der Concordia-Gesellschaft.

 

Abb.: Melanie Henke

Abbildung: Melanie Henke, Wirtschaftsförderung Wuppertal: Die Tagungsteilnehmer in Wuppertal-Barmen

 

In den Fachvorträgen der aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung ging es vor allem um Chancen und Risiken der Digitalisierung im Handel. Einerseits stellen das veränderte Mobilitätsverhalten sowie die veränderten Kundenerwartungen eine Herausforderung dar. Andererseits darf die Digitalisierung nicht nur als Problem, sondern muss auch als Chance begriffen werden, um die eigenen Verkaufsmodelle weiterzuentwickeln und den Kunden auch im stationären Handel einen Mehrwert durch Vernetzung zu bieten. Daneben kann die Innenstadt (in Wuppertal) auch passiv von der Digitalisierung profitieren, denn  die Verbraucher werden aufgrund digitaler Annehmlichkeiten immer distanzsensibler. Weite Strecken bis zum Händler werden kaum noch in Kauf genommen. In der Folge fahren sie zum Shoppen nicht mehr so oft nach Köln oder Oberhausen. Die richtige Antwort darauf ist eine stärkere Konzentration des Handels auf attraktive Zentren in Wuppertal, so ein Fazit der Tagung.

Am Freitagnachmittag besichtigte der Arbeitskreis den Döppersberg, einen Verkehrsknotenpunkt in Wuppertal-Elberfeld im Zentrum. Dort befinden sich der Hauptbahnhof, die wichtigste Haltestelle der Wuppertaler Schwebebahn sowie das südliche Ende der Elberfelder Fußgängerzone. Zurzeit wird dieser Bereich komplett zu einem neuen Mobilitäts-Hub umgebaut, von dem auch der Einzelhandel profitieren soll. Besonders der Vorplatz des Hauptbahnhofs kam gut an – eine Geschäftsbrücke verbindet dort die Fußgängerzone optimal mit dem Treiben im Bahnhof. In sehr vielen Städten müssen die Kunden vom Bahnhof zur Innenstadt erstmal eine Durststrecke überwinden, das heißt, sich müssen durch eine Grünanlage oder vorbei an Wohn- und Bürogebäuden ohne Schaufenster laufen. Ein Einkaufsgedanke kann so natürlich nicht entstehen. Mit der Errichtung einer Geschäftsbrücke hat Wuppertal daher aus Sicht der Wirtschaftsförderung die richtige Wahl getroffen.

Am Samstag zog die Gruppe weiter ins benachbarte Zentrum Barmen. Thomas Helbig von der ISG Barmen führte über den Werth, Barmens zentrale Einkaufsstraße, und gab Einblicke in die Arbeit der ISG. „Das bürgerliche Engagement in Wuppertal ist bemerkenswert, nicht nur bei der ISG Barmen, sondern auch bei der Junior-Uni und der Nordbahntrasse“, meinte Tagungsteilnehmer Heiner Schote von der Handelskammer in Hamburg.

 

 


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