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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Klimageographie

Klimareaktion und das Zusammenspiel von Hydro-, Atmo- und Kryosphäre in Süd-Patagonien

(Fortsetzung GABY-VASA)

 

Kalbende Gletscher-Endzone des Gletschers Schiaparelli in der Cordillera Darwin unterhalb des Monte Sarmiento in Chile

 

In Südpatagonien, dem südlichsten Teil Südamerikas, befinden sich die größten Eismassen der südlichen Hemisphäre außerhalb der Antarktis. Die drei größten Eisfelder, das Nordpatagonische Eisfeld, das Südpatagonische Eisfeld und die Cordillera Darwin erstrecken sich entlang des südlichen Ausläufers der Anden von 46°S – 55°S. Im Gegensatz zur nördlichen Hemisphäre gibt es in diesen Breitengraden keine weiteren Landmassen, was für weltweit einmalige klimatische Bedingungen sorgt. Permanente Westwinde führen kühle und feuchte Luftmassen heran. Der senkrecht zur Strömung verlaufende Gebirgszug hindert die Luftmassen daran ungestört das Land zu überqueren. Hebungen der Luftmassen führen am Gebirge zu beachtlichen Niederschlagssummen, die nach Schätzungen mehr als 10000 mm jährlich betragen können. Östlich im Lee des Gebirgszugs herrscht ein trockenes Klima mit jährlichen Gesamtniederschlagssummen von weniger als 300 mm.
                                                                                                          
Die erheblichen Niederschlagssummen in der Akkumulationszone der Eismassen sind essentiell dafür, dass trotz der relativ warmen Temperaturen in den gemäßigten Breiten Eismassen bis zur Meereshöhe reichen können. Die Eismassen erreichen dabei teilweise Fließgeschwindigkeiten von mehreren Metern am Tag und kalben schließlich in Fjorde oder proglaziale Seen.

Das System Eis reagiert sehr sensibel auf klimatische Veränderungen. Niederschlags- und Temperaturschwankungen verändern die Mächtigkeit und Fließgeschwindigkeit der Eismassen und damit auch ihren Massenverlust durch das Kalben.

 

Blick vom Nunatak auf den mittleren Hauptarm des Gletschers Grey, ein Auslassgletscher des Südlichen Patagonischen Inlandeises im Nationalpark Torres del Paine

 

Diese Veränderungen werden im Rahmen eines Dissertationsvorhabens in Fortsetzung des Gaby-Vasa-Projekts und in Kooperation mit einem internationalen Forschungsteam untersucht. Die jüngsten Veränderungen der Eismassen und des unmittelbaren Umfelds werden mit automatischen Wetterstationen, Wasserisotopenanalysen und Zeitreihenkamerasystemen aufgezeichnet. In Verbindung mit globalen Reanalyse-Daten, Gletscher- und Klimamodellen kann somit das enge Zusammenspiel von Hydro-, Atmo- und Kryosphäre erforscht werden.

 

Kamerazeitreihen:

 

Aufnahmen einer Zeitrafferkamera von März 2015 bis März 2016 am Glaciar Grey, Südliches Patagonisches Inlandeis, Chile; die Kamera ist Teil des Forschungsprojektes GABY-VASA zu Klima- und Gletschervariabilität im südlichsten Südamerika.

 

Aufnahmen einer Zeitrafferkamera von Oktober 2016 bis April 2018 am Glaciar Grey, Südliches Patagonisches Inlandeis, Chile; die Kamera ist Teil des Forschungsprojektes GABY-VASA zu Klima- und Gletschervariabilität im südlichsten Südamerika.

 

Aufnahmen einer Zeitrafferkamera von September 2015 bis Oktober 2016 am Glaciar Schiaparelli, Cordillera Darwin, Chile; die Kamera ist Teil des Forschungsprojektes GABY-VASA zu Klima- und Gletschervariabilität im südlichsten Südamerika.

 

Aufnahmen einer Zeitrafferkamera von März 2017 bis April 2018 am Glaciar Schiaparelli, Cordillera Darwin, Chile; die Kamera ist Teil des Forschungsprojektes GABY-VASA zu Klima- und Gletschervariabilität im südlichsten Südamerika.

 

Team:

 

Dauer:

Die Dauer des Projekts beträgt vier Jahre: 2018 –2022