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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Angewandte Geographie und Raumplanung

Wohnen als Global Urban Commons

Projekthaus Potsdam (Hausprojekt im Verbund des Mietshäuser Syndikats) und Internationales Treffen des Mietshäuser Syndikats, Dez 2017

 

Das DFG-Projekt "Wohnen als Global Urban Commons. Strategien und Netzwerke zur translokalen Mobilisierung alternativer Wohnungspolitiken" beschäftigt sich mit der (trans-)lokalen Vernetzung und Mobilisierung von Praktiken und Akteur:innen im Kontext von Housing Commons. Zugleich ist von Interesse, welche Rolle diese gemeinwohlorientierten zivilgesellschaftlichen Akteur:innen bei der Neuausrichtung kommunaler wohnungspolitischer Ansätze spielen (können).

 

Als Reaktion auf die global zunehmend brisante Wohnungsfrage formieren sich seit einigen Jahren zahlreiche lokale Protestbewegungen und Netzwerke, und es etablieren sich alternative Wohnformen und nichtgewinnorientierte Eigentumsmodelle. Die Ideen dieser Wohnungsinitiativen zirkulieren global und beeinflussen sich gegenseitig. Im Sinne von Global Urban Commons, d.h. als gemeinschaftlich produzierte nichtkommodifizierte Ressourcen und widerständige Praktiken, beeinflussen sie in europäischen Städten temporär oder längerfristig in zunehmendem Maße wohnungspolitische Entscheidungen.

 

Allerdings wird in der Forschung bisher nur begrenzt den Hinweisen auf eine stärkere überlokale und multiskalare Vernetzung und Überwindung der räumlichen Reichweite von urbanen sozialen Bewegungen im Allgemeinen und wohnungspolitischen Initiativen im Besonderen nachgegangen. Ausgehend von dieser Beobachtung gilt es, das transformative Potenzial der Mobilisierng und Verflechtung von alternativen Ansätzen und Formen im Feld Wohnen sichtbar zu machen. Daher besteht die zentrale Zielstellung des geplanten Projektes darin, die AkteurInnen, Hintergründe, Funktionsweise und lokalen Effekte global zirkulierender alternativer Ansätze zu Wohnen und damit verbundene multiskalare Netzwerke zu analysieren. Damit möchte das Projekt einen Beitrag zur Erforschung von Netzwerken und Policy-Mobilität wohnungspolitischer Bewegungen leisten.

 

Empirisch konzentriert sich die Studie auf nichtgewinnorientierte und (eher) selbstverwaltete Wohn- und Eigentumsmodelle: 1) das Miethäuser Syndikat in Deutschland und dessen „Ableger“ in anderen europäischen Ländern, 2) Community Land Trusts in England.

Gleichzeitig wird untersucht, wie sich diese zivilgesellschaftlichen Strategien einer gemeinwohlorientierten Wohnungsentwicklung in ausgewählten Städten niederschlagen, darunter Berlin, Wien, Amsterdam, London und Barcelona.

 

Laufzeit: 2017-2023

 

Projektleitung und weitere Informationen: Dr. Corinna Hölzl: corinna.hoelzl@hu-berlin.de