Trans Coop
Wohnungsgenossenschaften als Hoffnungsträger für eine klimafreundliche und gemeinwohlorientierte Transformation des Wohnungsbestand auf angespannten Wohnungsmärkten? Potenziale und Grenzen junger Genossenschaftsprojekte in Berlin-Prenzlauer Berg
Innerhalb aktueller Transformationsprozesse zu Klimaneutralität verschärfen sich wohnraum- und wohnungsmarktbezogene Herausforderungen insbesondere in Großstädten mit angespannten Wohnungsmärkten weiter. Wohnungsgenossenschaften wird dabei oftmals ein hohes Potential zugeschrieben langfristig leistbares Wohnen zu sichern und eine sozial gerechte ökologische Transformation des Wohnungssektors zu ermöglichen. Zugleich sehen sich Genossenschaften mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert: klimapolitische Anforderungen, Sanierungsrückstaus und deren Finanzierung sowie Fragen des Generationswechsels und der Digitalisierung lenken den Blick auch auf die lokalen politisch-institutionellen Rahmenbedingungen.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt TransCoop, wie Wohnungsgenossenschaften und Hausgemeinschaften soziale Ziele, etwa die Bezahlbarkeit von Wohnraum, Schutz vor Verdrängung und demokratische Selbstorganisation, mit ökologischen Anforderungen, insbesondere der energetischen Sanierung, verbinden können. Im Zentrum steht dabei die Frage: Welche Herausforderungen treten bei der Umsetzung einer sozialen und ökologischen Wohnraumversorgung zu Tage und wie gehen die eingebundenen Akteursgruppen diese an? Das Projekt interessiert sich insbesondere dafür, wie Genossenschaften sozial-ökologische Zielsetzungen unter den Bedingungen eines angespannten innerstädtischen Wohnungsmarktes und ambivalenter politisch-administrativer Rahmenbedingungen in Einklang bringen.
Anhand einer raumbezogenen ethnografischen Fallstudienforschung in Berlin werden die Herausforderungen, Konflikte und alltäglichen Praktiken dieser Prozesse rekonstruiert. Im Fokus stehen zwei sanierungsbedürftige Wohnhäuser in immobilienwirtschaftlich attraktiven Lagen in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie wurden jüngst von zwei sogenannten jungen Genossenschaften mit Unterstützung durch eine Landesförderung bzw. über den Umweg des kommunalen Vorkaufsrechtes erworben und stehen nun vor der energetischen Sanierung.
Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die demokratische Organisation des Wohnens und damit verbundene Aushandlungsprozesse eine zentrale Rolle in sozial-ökologischen Sanierungsprozessen einnehmen. Zudem wird deutlich, dass die Planung und Umsetzung solcher Projekte ein hohes Maß an Flexibilität sowie kreativer Lösungskompetenz in finanzieller, organisatorischer und technischer Hinsicht erfordern. Nur so lassen sich das Engagement der Genossenschaften für bezahlbaren und ökologischen Wohnraum, die Bedürfnisse der Bewohner:innen, Wirtschaftlichkeit und externe Anforderungen in komplexen Governance-Arrangements miteinander vereinbaren. Transformative Projekte werden dabei u.a. durch Widersprüche zwischen sozialen und umweltpolitischen Zielen erschwert, die sich innerhalb und zwischen öffentlichen Förderprogrammen, Planungsvorschriften und Verwaltungspraktiken manifestieren. Bereits jetzt zeigen sich in den Fallstudien verschiedene, teils überlappende und manifeste Konfliktlinien.
Projektlaufzeit: 07/2025-12/2026
Forschungsteam: Dr. Corinna Hölzl (Humboldt-Universität zu Berlin), Sascha Münch (Humboldt-Universität zu Berlin), Franziska Fröhlich (Humboldt-Universität zu Berlin)
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Housing Cooperatives as Agents of a Climate-Friendly and Common-Good-Oriented Transformation of the Housing Stock in Tight Housing Markets? Potentials and Limits of Young Cooperative Projects in Berlin-Prenzlauer Berg (TransCoop)
Within the current transformation processes towards climate neutrality, challenges related to housing(-markets) are continuously intensifying, particularly in large cities with strained housing markets. Housing cooperatives are often credited with having great potential to secure long-term affordable housing and enable a social-ecological transformation of the housing sector. At the same time, housing cooperatives are facing growing challenges, such as climate policy requirements, renovation backlogs and their financing. Issues of generational change and digitalization are also drawing attention to the local political and institutional framework conditions.
In this context, the TransCoop research project examines how housing cooperatives and housing communities can combine social objectives, such as housing affordability, protection against displacement, and democratic self-organisation, with ecological requirements, particularly energy-efficient renovation. Building on this, the project asks: What challenges arise in the implementation of social and ecological housing provision and how do the groups involved address them? The project is particularly interested in how cooperatives balance socio-ecological objectives under the conditions of a tight inner-city housing market and ambivalent political-administrative frameworks.
Based on spatial ethnographic case study in Berlin, the challenges, conflicts, and everyday practices of these processes are reconstructed. The empirical focus lies on two buildings in need of renovation located in economically highly attractive urban locations of Berlin-Prenzlauer Berg. These buildings were recently acquired by two so-called young housing cooperatives, either with the support of state-level funding schemes or via the use of the municipal right of first refusal, and are now facing comprehensive energy renovation.
Preliminary findings indicate that the democratic organisation of housing and the associated negotiation processes play a central role in socio-ecological redevelopment processes. Furthermore, the planning and implementation of such projects require a high degree of flexibility as well as creative problem-solving capacities in financial, organisational, and technical terms. This is the only way to reconcile the cooperatives’ commitment to affordable and ecological housing, residents’ needs, economic viability, and external requirements aligned with complex governance arrangements. Transformative projects are, among other factors, hindered by tensions between social and environmental policy objectives that manifest within and between public funding programs, planning regulations, and administrative practices. The case studies already reveal several overlapping and increasingly manifest lines of conflict.
Project duration: 07/2025-12/2026
Research team: Dr. Corinna Hölzl (Humboldt-Universität zu Berlin), Sascha Münch (Humboldt-Universität zu Berlin), Franziska Fröhlich (Humboldt-Universität zu Berlin)
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