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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Geographisches Institut

GreenEquityHEALTH

Nachwuchsgruppe: Interaktion und Auswirkung von Umwelt und Gesundheit in Städten (GreenEquityHEALTH) - Gesundheit und Wohlbefinden im Kontext globaler Herausforderungen


Projektinformationen 

 

Dauer: 08/2017-07/2022
Projektförderer: BMBF                                   
Projektträger: DLR 
Förderkennzeichen: 01LN1705
Institution: Humboldt-Universität zu Berlin,  Geographisches Institut, Abteilung Urbane Ökosysteme, Gesundheit u. Gerechtigkeit  Projektleitung: Dr. Nadja Kabisch

Aktuelles 

Kurzinformation vom 28. Juni 2019

Hitze und schlechte Luft belasten Stadtbewohner. Kann Stadtnatur helfen?

Messkampagne in Leipzig gestartet

 

  

 Vegetation unter Stress – Hitzekonditionen im Friedenspark Leipzig

 Foto: Roland Krämer, HU Berlin

Deutschland erlebt eine ungewöhnliche Juni-Hitzeperiode. In Brandenburg wurden Anfang dieser Woche Werte von 38,6°C gemessen (DWD). Auch in Leipzig wurde am 26.06.2019 ein Hitzerekord mit fast 37°C verzeichnet. Die hohen Temperaturwerte, verbunden mit extremer Trockenheit, führen zu stark erhöhter Luftbelastung, vor allem durch Ozon und Feinstaub (PM / particulate matter). Der Acht-Stunden-Mittelwert für Ozon, gemessen an der Station Leipzig West, stieg am Mittwoch - dem heißesten Tag - bis über 160 µg/m³ (Quelle: Umweltbundesamt). Der WHO-Schwellenwert für Gesundheitsschutz liegt bei 100 (Mittelwert für acht Stunden). Hitze und Trockenheit verbunden mit einem hohen Verkehrsaufkommen führten gleichzeitig zu hohen Tagesmittelwerten für Feinstaub wie PM10 (Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (µm)). Diese betrugen am 26. Juni 2019 insgesamt 29 µg/m³, am Montag davor fiel der PM Wert mit 17 µg/m³ deutlich geringer aus (Quelle: Umweltbundesamt, Messstation Leipzig Mitte). Der mittlere jährliche WHO-Schwellenwert für PM10 liegt bei 20 µg/m³, der mittlere Tagesgrenzwert bei 50 µg/m³. 

Städtische Parks können hohe Temperaturen abmildern und Luftverschmutzung entgegenwirken. Im Rahmen einer Messkampagne in zwei Leipziger Parks - dem Friedenspark und dem Lene-Voigt Park - untersuchen wir im Rahmen von GreenEquityHEALTH zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ (Beobachtungssystem MOSES) und dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) wie die städtische Vegetation extremen Hitzetemperaturen und Luftverschmutzung entgegenwirkt.

Seit dem 26. Juni werden dafür für zwei Wochen mobile und stationäre Temperatur-, Luftfeuchte- und Luftqualitätsmessungen innerhalb und außerhalb der beiden Leipziger Parks durchgeführt. Dazu erfassen Sensorsysteme in zwei Höhen (0m, 2m) an insgesamt 17 Standorten in beiden Parks die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit. Feinstaub und Ruß werden durch mobile Messsensorik auf bestimmten Routen innerhalb und außerhalb der Parks sowie im angrenzen Straßenraum zu den Hauptverkehrszeiten erfasst. Eine hochaufgelöste Thermalaufnahme durch den Überflug eines Gyrocopters (Kleinflugzeug) der Hochschule Anhalt ergänzt die Temperaturmessungen.

 

 

Aufbau einer Temperatur/Luftfeuchtemessstation im Friedenspark sowie mobilen Luftqualitätsmessung durch ein mobiles, mit GPS ausgestattetes Gerät im Rucksack am 26.06.2019

Foto: Nadja Kabisch, HU Berlin

Außerdem wird die Exposition verschiedener Personen (Versuchsteilnehmer*innen aus Leipzig) gegenüber den Umweltbelastungen Hitze, Lärm, Feinstaub, und Ruß während eines Besuchs in den zwei verschiedenen Parks sowie im Straßenraum gemessen, sowie deren subjektive Einstellung gegenüber Umweltbewusstsein, Stressbelastung, Erholung und alltäglicher Parknutzung abgefragt. Vor, während und nach den Expositionen werden Gesundheitsmessungen an den Probanden vorgenommen, die Auskunft über die gesundheitlichen Effekte (physiologisch und psychologisch) vom Aufenthalt im Park im Vergleich zur Stadt liefern sollen. Die physiologischen Indikatoren Herzfrequenzvariabilität und Herzfrequenz werden während der gesamten Exposition mit mobilen EKG-Geräten (Messgeräte zur kontinuierlichen Generierung von Messdaten mit Elektrokardiogramm) sowie der Blutdruck mittels oszillatorischer Blutdruckmessgeräte gemessen.

Hintergrund
Städte stehen im Fokus von globalen Veränderungen. Klimawandel und Urbanisierung stellen Stadtbewohner und Stadtplaner bereits heute vor eine Reihe von neuen Herausforderungen. Extremereignisse wie Hitzewellen gehen mit einer erhöhten Sterberate und überdurchschnittlich häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Krankheiten einher. Luftverschmutzungen durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in Städten verursachen schwerwiegende Gesundheitsprobleme bei Kindern und älteren Menschen. Urbane Grünflächen haben das Potenzial, Hitzewellen und Luftverschmutzung in Städten abzumildern und dadurch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Stadtbewohner zu verbessern. Stadtbäume kühlen die Umgebungstemperatur durch Schattenwirkung und Evapotranspiration. Parks und Stadtwälder ermöglichen Erholung und physische Aktivität.

 


 

Proband*innen gesucht!

Für eine Feldstudie in Leipziger Parks zu den gesundheitlichen Effekten der Nutzung städtischer Parks suchen wir Proband*innen!

Ihre Aufgabe: Im Park (Friedenspark/Lene-Voigt Park) bzw. im urbanen Raum 15 min bzw. 30 min sitzen und spazieren gehen. Dabei soll gemessen werden, wie sich Umwelteinflüsse, wie Luftverschmutzung, Lärm und Sonnenintensität, auf gesundheitliche Parameter wie Blutdruck, Herzfrequenzvariabilität und Stressbelastung auswirken.

Der Zeitaufwand beläuft sich auf ca. 2 Stunden an jeweils 3 aufeinanderfolgenden Tagen im Zeitraum 06.07. - 19.07.2019. Teilnehmende Probanden erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 100 Euro.

Ihre Vorraussetzungen:

  • Sie sind zwischen 55 – 70 Jahre jung, körperlich und seelisch gesund (leiden unter keinen chronischen HerzKreislauf- oder Atemwegserkrankungen und nehmen keine Neuropsychopharmaka ein)
  • Sie sind in der Lage 30 min entspannt am Stück zu spazieren
  • Sie sind kein*e Leistungsportler*in (trainieren nicht häufiger als 2x die Woche über 45 min) 
  • Sie sind Nichtraucher*in und  hatten in den vergangenen 3 Monaten keine Operationen oder Herzinfarkt 

 

Weitere Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme gerne per Email oder telefonisch:

 

M.Sc. Catharina Püffel

Email: catharina.pueffel@geo.hu-berlin.de

Tel.: 030 - 2093 6803

 

Dr. Nadja Kabisch

Email: nadja.kabisch@geo.hu-berlin.de  

Tel.: 030 - 2093 6866

 

 

  •  Vom 9.-10. April fand unser erster Projektworkshop des GreenEquityHEALTH-Projektes in Leipzig am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung-UFZ statt. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Projektbeirats haben wir Projektergebnisse aus GreenEquityHEALTH vorgestellt und diskutiert. Außerdem wurde die nächste Messkampagne für Sommer 2019 besprochen sowie die Parks und Messstationen besucht.

   

 

      

 

  • Unser erstes Factsheet zum GreenEquityHEALTH-Projekt jetzt zum download hier:

      

 

      

 


Hintergrund und Projektziele

Städte stehen im Fokus von globalen Veränderungen. Klimawandel, Urbanisierung und demographischer Wandel stellen Stadtbewohner und Stadtplanungen bereits heute vor eine Reihe von neuen Herausforderungen. Extremereignisse wie Hitzewellen gehen mit einer erhöhten Sterberate und überdurchschnittlich häufiger auftretenden Herz-Kreislauf-Krankheiten einher. Luftverschmutzungen durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen in Städten verursachen schwerwiegende Gesundheitsprobleme bei Kindern und älteren Menschen. Urbane Grünflächen haben hier das Potenzial, Hitzewellen und Luftverschmutzung in Städten abzumildern und dadurch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Stadtbewohner zu verbessern. Stadtbäume kühlen die Umgebungstemperatur durch Schattenwirkung und Evapotranspiration. Parks und Stadtwälder ermöglichen Erholung und physische Aktivität.

 

 

 

Zahlreiche Veröffentlichungen verweisen auf diese positiven Effekte von urbanen Grünflächen (Hartig et al. 2014). Oft fokussieren diese Studien allgemeine Bevölkerungsgruppe und beziehen sich nicht explizit auf Kinder und ältere Personen als dezidiert vulnerable Gruppen. Die wenigen existierenden Studien mit Bezug auf vulnerable Gruppen können einen generell positiven Trend hinsichtlich des Effekts von Grün auf die Gesundheit nachweisen. Jedoch sind diese Ergebnisse sehr oft kontextabhängig und beeinflusst von sozio-ökonomischen Faktoren (Kabisch et al. 2017).

Die Nachwuchsgruppe „Environmental-health Interactions in Cities [GreenEquityHEALTH] – Challenges for Human Well-being under Global Changes“ wird quantifiziertes Wissen bereitstellen, das zeigt, wie genau urbane Grünflächen tatsächlich zur Abmilderung von globalen Herausforderungen beitragen. Sensorbasierte Feldmessungen und Analysen von Fernerkundungsdaten werden helfen, Auswirkungen von Hitze und Luftverschmutzung auf Pflanzeneigenschaften zu analysieren und auszuwerten. Gesundheitsmessungen und Befragungen zur wahrgenommenen Gesundheit von Parkbesuchern geben parallel dazu Aufschluss über die tatsächlichen Gesundheitseffekte.

 


Personal

 

 


Konferenzbeiträge

 

  • Kabisch, N. (2017) Public health inequalities in cities – What is the role of green? At Seminar 'Global Urban Sustainability and Justice Insights, facts, visions and challenges

    for a green-blue future of cities around the globe' at the The Royal Swedish Academy of Agriculture and Forestry (KSLA), Stockholm, Sweden.

  • Kabisch, N. (2017): Session 12: Green, yes, but just? Towards more environmental and social justice in cities. GREENSURGE Final Confernce. Malmö, Sweden.
  • Kabisch, N. (2017): Urban green infrastructure for sustainable urban development – The health perspective. RESILIENCE 2017 - Resilience Frontiers to Global Sustainability. Stockholm, Sweden, August 20-23, 2017.

 


Projektveröffentlichungen

 


  • Feltynowski, M., Kabisch, N., et al. (2017). "Challenges of urban green space management in the face of using inadequate data." Urban Forestry & Urban Greening.   DOI:10.1016/j.ufug.2017.12.003 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1618866717304569
  • Schröter, M., Krämer, R., Kabisch, N. et al. (2017). "Citizen science for assessing ecosystem services: Status, challenges and opportunities." Ecosystem Services 28: 80-94. DOI:10.1016/j.ecoser.2017.09.017 http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2212041617302462
  • Schröter, M., Krämer, R., Ceauşu, S., Rusch, G. (2017). "Incorporating threat in hotspots and coldspots of biodiversity and ecosystem services". Ambio, Volume 46, Issue 7 pp. 756-765. 
    DOI: 10.1007/s13280-017-0922-x https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs13280-017-0922-x
  • Kabisch, N., van den Bosch, M., Lafortezza, R. (2017). "The health benefits of nature-based solutoins to urbanization challenges for children and the elderly - A systematic review". Environmental Research 159,pp.362-373.  DOI:10.1016/j.envres.2017.08.004 http://https://authors.elsevier.com/a/1VlA33Ao5jwr4
  • Kabisch, N., van den Bosch, M. (2017): "Urban Green Spaces and the Potential for Health Improvement and Environmental Justice in a Changing Climate". In: Kabisch, N., Korn, H., Stadler, J., Bonn, A. [Edit.] Nature-based Solutions to Climate change in Urban Areas - Linkages of science, policy and practice. Theory and Practice of Urban Sustainability Transitions. Springer, Cham, Switzerland. pp.207-220.  DOI:10.1007/978-3-319-56091-5_12 https://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-319-56091-5

  • von Döhren, P., Haase, D. (2015). "Ecosystem disservices research: A review of the state of the art with a focus on cities". Ecological Indicators, Volume 52, May 2015, Pages  490-497
    DOI: 10.1016/j.ecolind.2014.12.027 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1470160X14006037

 


Blogbeiträge

 

 


Projektbeirat